Weshalb haben wir Menschen Krieg?

Sie aßen vom Baum, obwohl sie nicht durften

Die ersten drei Kapitel der Bibel erzählen wir oft unseren Kindern und haften auch dem Jüngsten gut im Gedächtnis. Besonders der Sündenfall scheint schon bei kleinen Kindern eine große Resonanz hervorzurufen. Mit einem geheimnisvollen Blick erklärte mir mein Jüngster: „Sie aßen von dem Baum, obwohl sie nicht durften.“ Diesen Satz habe ich viele Male gehört. Dass ihm diese Aussage zuvorderst liegt, ist nicht von ungefähr. Die verhängnisvolle Tat, die aus dem ungehorsamen Herzen der ersten Menschen kam, veränderte unser gesamtes Sein und Leben, unsere innere und äußere Landschaft. Wir können tief greifende Veränderungen in vier Richtungen feststellen:

  1. Der Mensch entfremdete sich Gott. Dies zeigte sich sofort nach der Tat. Die Menschen stehen seither ohne Hoffnung und ohne Gott in der Welt da (Eph 2,12).
  2. Der Mensch entfremdete sich selbst. Adam und Eva erkannten, dass sie nackt waren. Ihre Scham suchten sie mit Feigenblättern zu bedecken. Wir suchen uns bis heute selbst zu rechtfertigen. Wir bleiben uns im tiefsten Inneren selbst ein Geheimnis. Jeremia rief aus: „Überaus trügerisch ist das Herz und bösartig; wer kann es ergründen?“ (17,9)
  3. Der Mensch entfremdete sich auch seiner Umgebung. Der ursprüngliche Auftrag des Bebauens wurde wesentlich erschwert. Der Mensch leidet unter den „Dornen und Disteln“ der Arbeit, was ihm viel Mühsal und Beschwernisse abverlangt.

Die vierte Folge des Sündenfalls zeigte sich deutlich, als Gott das erste Menschenpaar zur Rechenschaft stellte. In unvergleichlicher Weise stellte Gott seine erste Frage, die auf das Herz des Menschen abzielte: „Wo bist du?“ Zur Verantwortung gezogen, zeigten Eva und Adam denselben Reflex, der uns – egal ob kleine Kinder oder Erwachsene – so vertraut ist: „Nicht ich, der andere.“ Wir weisen unsere Schuld von uns und schieben sie auf den Nächsten. Durch die Sünde haben wir uns auch voneinander entfremdet. Auf diese Entfremdung richten wir unseren Blick. Dafür lesen wir aufmerksam das Kapitel, das direkt nach der Schilderung des Sündenfalls anschließt.[1]

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