In die Hölle laufen wir selber.

Eine verdeutlichende Erzählung
von Pfarrer Wilhelm Busch

Ich werde Ihnen eine Geschichte erzählen, die Ihnen zu denken geben wird. Ich habe sie einmal irgendwo gehört, und sie hat mir tiefen Eindruck gemacht:
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Da war in einem englischen Schloss eine größere Gesellschaft zusammen. Man saß um den offenen Kamin und plauderte über alles Mögliche.
Schließlich kam das Gespräch auch auf die Bibel.
Da bekannte die junge Hausfrau ganz offen, dass sie die Bibel als Gottes Wort ansehe und darum glaube, was drinstehe.
Ein Herr fragte spöttisch: „Dann glauben Sie auch, dass es eine Verdammnis gibt?“
„Ja, das glaube ich, weil Jesus es gesagt hat.“
Da stand der Herr auf und ging in den Hintergrund des Saales, wo ein hübscher Käfig hing.
Darin war ein bunter Wellensittich. Der Herr öffnete schweigend den Käfig, nahm den Vogel heraus, ging auf den Kamin zu und schickte sich an, das Tier in die lodernden Flammen zu werfen.
Die Hausfrau fiel ihm in den Arm: „Was tun Sie? Lassen Sie das arme Tierchen los!“
Da lachte der Herr spöttisch auf und rief: „So, dieses armselige Tier tut Ihnen leid, wenn ich es ins Feuer werfen will? Und Ihr sogenannter Gott der Liebe wirft ohne mit der Wimper zu zucken Millionen Menschen in die Hölle? Das ist ja ein sehr merkwürdiger Gott der Liebe!“
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Die große Gesellschaft schwieg und sah auf die junge Frau. In diese Stille hinein sagte die – und man merkte ihrer Stimme die Erschütterung an:
„Sie irren! Gott wirft uns nicht in die Hölle. Er tut vielmehr alles, uns zu erretten. Nein! In die Hölle laufen wir selber. Verstehen Sie? In die Hölle laufen wir selber! Den Weg erwählen wir uns selber!“
So ist es!
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Und nun ist nur noch zu sagen: Die junge Frau hatte sehr recht, wenn sie erklärte: „Gott tut alles, um uns zu erretten.“
Darum sandte er uns seinen Sohn. Einer, der an den Sohn Gottes glaubte, bekannte: „Gott hat uns errettet von der Obrigkeit der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes“ (Kolosser 1,13).
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Ja, das ist wirkliche Errettung.
Um die geht es.
Gott tut noch mehr: Er ließ seinen Sohn für uns sterben – am Kreuz.
Und Gott tut noch mehr: Er ruft uns auf allerlei Weise von dem Weg der Hölle weg zu sich.
Er tut es auch durch dieses Traktat. Hören Sie doch – bitte! – diesen Ruf!
Es geht um alles!
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Wilhelm Busch

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