Heute ist Versöhnungstag, auch Jom Kippur genannt

Mit Sonnenuntergang am Ende des 9. Tischri (des jüdischen Kalenders) beginnt der Große Versöhnungstag, “Jom Kippur”. Er ist der letzte von den zehn “ehrfurchtsvollen Tagen”, die mit dem Neujahrsfest Rosch ha’Schana begannen. Bereits am frühen Nachmittag kommt alles Leben in Israel zum Stillstand. “Das große, weiße Fasten”, wie dieser heiligste Tag des Judentums auch genannt wird, ist ein Trockenfasten – kein Essen, kein Trinken – und endet bei Sonnenuntergang am 10. Tischri mit dem Blasen des Schofarhorns. Es ist der einzige in der Bibel vorgegebene Fastentag.

Einige ultra-orthodoxe Gemeinschaften schlachten am Morgen des 9. Tischri ein Huhn, schwingen das Opfertier über dem Kopf des Sünders und symbolisieren in dieser traditionellen “Kaparot”(Sühne)-Zeremonie, dass für die Vergebung der Sünden Blut fließen muss. In einigen Gemeinden wurde dieses symbolische Schlachtopfer durch Almosen ersetzt.

Der Name dieser Zeremonie “Kaparot” wurde dem Deckel der Bundeslade entlehnt, die im


(Foto: Johannes Gerloff)

Allerheiligsten der Stiftshütte stand und im Hebräischen genauso heißt. Der Hohepriester musste ein wenig Blut des Brandopfers auf jenes Kaparot spritzen. Mit dem Huhn wird versucht, das Blutopfer nachzuahmen.Selbst im Neuen Bund lesen wir, dass eine Vergebung der Schuld ohne Blut nicht möglich ist (Hebräer 9,22). Und Jeschua (Jesus), der von Johannes, dem Täufer als das Opferlammerkannt wurde (Johannes 1,29), der die Sünde der Menschen wegnimmt, tat genau das: “Und er (Jeschua) ging nicht durch das

Blut von Ziegen und Kälbern hinein (in das Allerheiligste), sondern durch sein eigenes Blut, und hat damit die Menschen für immer befreit”, (Hebräer 9,12; David H. Stern).

“So ist auch Christus ein einziges Mal gestorben, um alle Menschen von ihren Sünden zu erlösen. Wenn er zum zweiten Mal kommen wird, dann nicht, um uns noch einmal von unserer Schuld zu befreien. Dann kommt er, um alle, die auf ihn warten, in seine neue Welt aufzunehmen” (Hebräer 9,28).

An Jom Kippur ruht alles öffentliche und private Leben in Israel. Es gibt weder Radio- noch Fernsehsendungen. Der Verkehr im gesamten Land liegt still. Nur Krankenwagen für Notfälle und Sicherheitskräfte werden auf den Straßen geduldet. Alle anderen Kraftfahrzeuge laufen Gefahr, mit Steinen beworfen zu werden. Der verkehrsfreie Tag wird allerdings von den Kindern im ganzen Land genutzt. Sie bevölkern die Straßen mit Fahrrädern, Rollschuhen und Skateboards.

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